Verfärbungen, Gerüche und Feuchtespuren richtig einordnen

Verfärbungen, Gerüche und Feuchtespuren richtig einordnen

Schimmel in Innenräumen zeigt sich nicht immer als deutlich abgegrenzter schwarzer Fleck. Erste Anzeichen können unscheinbare Verfärbungen, ein muffiger Geruch oder wiederholt feuchte Stellen sein. Manche Bereiche bleiben lange unbemerkt, etwa hinter Schränken, Tapeten oder Wandverkleidungen. Für eine erste Einschätzung ist deshalb nicht nur das Aussehen entscheidend. Fundstelle, Ausbreitung und mögliche Feuchtequellen liefern weitere Hinweise darauf, ob ein genauerer Blick erforderlich ist.

Kurzfassung

  • Schimmel kann weiß, grau, grünlich, braun oder schwarz erscheinen und unterschiedliche Oberflächen bilden.
  • Muffige oder erdige Gerüche können auf einen verdeckten Befall hindeuten.
  • Feuchte Wandstellen, Kondenswasser und zurückliegende Wasserschäden verdienen besondere Aufmerksamkeit.
  • Eine Verfärbung allein stellt noch keinen Schimmelbefall fest.
  • Wiederkehrende Flecken sprechen dafür, die Ursache der Feuchtigkeit genauer zu untersuchen.

Sichtbare Spuren richtig unterscheiden

Schimmelpilze wachsen in feinen Zellfäden, den sogenannten Hyphen. Mehrere dieser Fäden bilden ein Myzel. Dieses Geflecht kann mit bloßem Auge beispielsweise als watteartiger, mehliger oder fleckiger Belag erscheinen. Die verschiedenen Pilzarten unterscheiden sich in ihren Eigenschaften, weshalb das äußere Erscheinungsbild allein keine sichere Bestimmung erlaubt.

Auf einer Wand können zunächst einzelne Punkte entstehen, die sich später zu größeren Flächen verbinden. Tapeten weisen mitunter unregelmäßige dunkle oder helle Flecken auf. In Fugen fallen eher kleine schwarze Punkte auf. Holz, Putz und andere Materialien zeigen dagegen häufig andere Schadensbilder: Holz kann sich beispielsweise verfärben, aufquellen oder sich verformen, während Putz Flecken, Ausblühungen oder Abplatzungen aufweisen kann.

Nicht jede dunkle Stelle stammt von einem Pilz. Ruß, Staub, alte Wasserflecken oder Veränderungen des Untergrunds können ähnlich aussehen. Um Schimmel zu erkennen, sollten daher mehrere Merkmale zusammen betrachtet werden. Das gilt insbesondere für Stellen, die sich vergrößern, erneut auftreten oder mit Feuchtigkeit verbunden sind. 

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Auffälliger Geruch ohne sichtbare Flecken

Ein Befall kann vorhanden sein, obwohl die frei sichtbaren Wandflächen zunächst unauffällig wirken. Pilze entwickeln sich beispielsweise hinter Möbelstücken, Fußleisten oder Verkleidungen. Dort wird eine Veränderung mitunter zuerst durch einen muffigen oder erdigen Geruch bemerkt.

Bleibt ein solcher Geruch über längere Zeit bestehen oder kehrt nach dem Lüften zurück, ist die Herkunft näher zu betrachten. Außenwände hinter großen Schränken gehören zu den Bereichen, die leicht übersehen werden. Gleiches gilt für Wandanschlüsse, Fensterbereiche und Stellen rund um Leitungen.

Geruch allein reicht allerdings nicht für eine eindeutige Beurteilung aus. Abflüsse, feuchte Materialien und andere organische Rückstände können ebenfalls auffällig riechen. Treten zusätzlich Flecken oder feuchte Oberflächen auf, verdichten sich die Hinweise.

Feuchtigkeit als entscheidender Hinweis

Pilzwachstum hängt eng mit den Bedingungen am jeweiligen Material zusammen. In Wohngebäuden verdient deshalb jede länger anhaltende Durchfeuchtung Aufmerksamkeit. Mögliche Ursachen reichen von Kondenswasser bis zu undichten Leitungen oder eindringender Nässe.

Kondenswasser bildet sich, wenn feuchte Raumluft auf eine ausreichend kalte Oberfläche trifft. Typische Stellen befinden sich an Fenstern, Außenwänden und in Raumecken. Bleiben solche Flächen regelmäßig feucht, entstehen Bedingungen, unter denen sich ein vorhandener Befall ausweiten kann.

Anders verhält es sich bei einem Rohrbruch oder einer undichten Gebäudeabdichtung. Wasser kann hierbei tiefer in Wand- oder Bodenaufbauten gelangen. Eine trockene Oberfläche bedeutet dann nicht zwangsläufig, dass angrenzende Bereiche ebenfalls trocken sind. Nach Wasserschäden ist daher auch der Zustand verdeckter Bauteile zu berücksichtigen.

Bestimmte Bereiche fallen häufiger auf

Raumecken, Fensterlaibungen und Flächen hinter großen Möbeln sollten bei einer Kontrolle nicht übergangen werden. Dort können niedrigere Oberflächentemperaturen oder ein geringer Luftaustausch mit Feuchtigkeit zusammentreffen.

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Im Badezimmer kommen Fugen, Deckenbereiche und Wandflächen in der Nähe von Dusche oder Badewanne hinzu. Wasserdampf erhöht dort zeitweise die Luftfeuchte. Einzelne dunkle Punkte in einer Fuge müssen dennoch von Ablagerungen und Materialveränderungen unterschieden werden.

Keller besitzen andere Voraussetzungen als Wohnräume. Erdberührte Bauteile können durch beschädigte oder fehlende Abdichtungen feucht werden. Abplatzende Farbe, dunkle Flecken oder feuchter Putz liefern erste Hinweise, sagen jedoch für sich genommen noch nichts über die genaue Ursache aus.

Wiederkehrende Stellen genauer beobachten

Nach dem Entfernen eines oberflächlichen Flecks kann die Wand zunächst sauber erscheinen. Taucht die Veränderung kurze Zeit später an derselben Stelle wieder auf, besteht möglicherweise weiterhin eine Feuchtequelle. Eine erneute Reinigung beseitigt diesen Auslöser nicht.

Zur Beobachtung kann festgehalten werden, ob sich Größe, Farbe oder Ausdehnung einer Stelle verändern. Ein Hygrometer misst ergänzend die relative Luftfeuchtigkeit im Raum. Aussagen über Feuchtigkeit innerhalb eines Bauteils sind damit allerdings nicht möglich.

Bei größeren, wiederkehrenden oder schwer zugänglichen Stellen können weitergehende Messungen erforderlich sein. Dabei geht es vor allem darum, den Umfang der Durchfeuchtung und ihren Ursprung festzustellen. Erst danach lässt sich beurteilen, welche Bereiche tatsächlich betroffen sind.

Fazit

Schimmel kann sich durch Flecken, Beläge, Gerüche oder wiederkehrende Feuchtigkeit bemerkbar machen. Eine einzelne Verfärbung genügt jedoch nicht für eine eindeutige Einordnung. Aussagekräftiger ist das Zusammenspiel aus Fundstelle, Ausbreitung, Geruch und Feuchtespuren. Kehrt eine auffällige Stelle zurück oder bleibt ein Bauteil längere Zeit feucht, sollte die Ursache der Nässe geklärt werden. Dadurch lässt sich feststellen, ob nur die sichtbare Oberfläche oder auch verdeckte Bereiche betroffen sind.